gre (26.07.2019) Im Rahmen des ERASMUS+ Projekts „InterACT for Inclusion“ untersuchte die Klasse 1BK2P Wiesloch hinsichtlich der Barrierefreiheit. Aufgabe war es zu sehen, wie behindertengerecht Wiesloch tatsächlich ist und welche Maßnahmen eventuell ergriffen werden könnten, damit auch behinderte Menschen besser im Alltag partizipieren können.

Die Klasse 1BK2P der LOP Wiesloch wagte sich an das Experiment, die Innenstadt auf Missstände für Behinderte zu untersuchen.  

Ein Teil der Klasse hat sich in Rollstühle begeben, um zu erfahren, wie sich Rollstuhlfahrer fühlen.

 

Begonnen hat das Projekt mit dem Weg zur Stadtmitte. Zuerst sind wir zu einer Bäckerei gerollt. Hereingekommen sind wir ohne Probleme, allerdings wurde es mit dem Bezahlen schwierig, da die Ablage für Taschen und Rucksäcke im Weg war. Danach ging es zur Eisdiele. Dort kamen wir nicht an die Theke, da hohe Stufen zu einem Problem wurden. Wir konnten nicht ohne fremde Hilfe bestellen und zahlen. Die Verkäufer hätten herunterkommen müssen, um uns das Eis in die Hand zu geben. Der Platz zwischen den Tischen und dem Eingang der Eisdiele war sehr gering und schwer mit dem Rollstuhl zu passieren. Wir hatten Schwierigkeiten einen Platz zu finden, bei dem wir keinen anderen stören würden. Nachdem wir unser Eis gegessen hatten, haben wir die Stadt erkundet. Uns ist besonders negativ aufgefallen, dass einige Straßen uneben sind und die Gehwege zu hoch und zu schmal sind. An manchen Stellen wurden flache Bordsteine eingebaut. Diese haben einige Probleme erspart, weil man viel leichter hinaufgekommen ist. Zum Teil verfällt man in leichte Panik, da keine Ausweichmöglichkeiten vorhanden sind.

 

Es war noch eine weitere Gruppe mit Rollstühlen unterwegs. Dabei ist uns aufgefallen, dass es sowohl positive als auch negative Aspekte gibt.  

 

Zum einen sind die Bürgersteige für Rollstuhlfahrer zu hoch, so dass diese nicht befahren werden können. Zum anderen ist die Rampe am Schillerpark bei der Unterführung eine gute Idee. Allerdings ist uns hier aufgefallen, dass auf der einen Seite die Rampe zu steil gebaut wurde, so dass Rollstuhlfahrer diese nicht nutzen können. Wiederum ist auf der anderen Seite die Rampe behindertengerecht erbaut worden. Die alten Bestände der Straße in der Fußgängerzone erschweren den Weg der Rollstuhlfahrer. Dazu kommt, dass manche Geschäfte in der Innenstadt nicht erreichbar sind. Außerdem haben einzelne Geschäfte Treppenstufen, um den Laden zu erreichen. Wegen des Platzmangels gibt es schlechte Alternativen wie beispielsweise eine Rampe, da hierfür kein Platz ist.

Ein weiterer Teil der Klasse hat das Projekt als Taubstummer oder Blinder durchgeführt. 

Erfahrungen, die wir sammeln konnten waren, dass wir gemerkt haben, wie angewiesen wir auf Außenstehende sind. Beim Kauf eines Eises stellte eine von uns fest wie schwierig dies doch sei. Als Taubstummer war die Verständigung mit dem Verkäufer beeinträchtigt, da nur durch zeigen kommuniziert werden konnte. 

Für die Schülerin, die sich als Blinde ausgab, fingen die Probleme schon bei den Stufen in der Eisdiele an. Ohne Hilfe war es ihr nicht möglich, zum Verkäufer zu gelangen ohne sich zu verletzen. Beim Kauf selbst fühlte sie sich unwohl, da sie nicht sicher war, ob sie das gewünschte Eis bekommt. Zudem war das Ertasten des Eises und des Restgeldes ein Hindernis, was sie zusätzlich verunsicherte und beschämte. Zudem ging die Verkäuferin nicht auf die Behinderungen ein und dadurch war es umso schwieriger in dem Fall das Eis zu bestellen.

Hilfreich waren die für Blinde im Boden eingearbeiteten Erhebungen, die jeweils vor und nach einem Zebrastreifen zu finden waren. 

Es gibt noch vieles, was man ändern kann. Auch körperlich beeinträchtigte Menschen sollen sich in Wiesloch wohlfühlen und Geschäfte sollen für diese Menschen zugänglich sein. Es sollten beispielsweise noch mehr Gehwege breiter gemacht werden und die Bordsteinkanten müssen abgesenkt werden, hierbei sollte man darauf achten, dass die Bordsteinkanten komplett flach und nicht nur niedriger sind. Die Straßen sollten ebener sein und Stolperfallen sollten beseitigt werden, Schlaglöcher stellen eine Gefahr dar, denn die Rollstuhlfahrer könnten rausfallen und stürzen.

Unser Fazit: Wiesloch ist nur zum Teil behindertengerecht und barrierefrei. Oft gibt es in der Stadt zu wenige Möglichkeiten gefahrenlos die Straße zu überqueren. Außerdem werden behinderte Menschen noch nicht ausreichend von der Gesellschaft akzeptiert. Wir wurden sehr oft abwertend angeschaut und haben uns durch die Blicke sehr unwohl gefühlt. Die Leute sollten mehr Rücksicht auf Behinderte nehmen und den Umgang mit ihnen kennenlernen. Das Experiment hat uns sehr gut gefallen und wir würden erneut daran teilnehmen.