(RUM, 31.07.2020)

Ein außergewöhnliches Schuljahr geht zu Ende und wir, das Kollegium der Louise- Otto- Peters- Schule, möchten uns von unseren knapp 300 AbsolventInnen der beiden Schulstandorte in Hockenheim und Wiesloch verabschieden.

22 Schülerinnen und Schüler haben ihren Hauptschulabschluss erworben. Über die mittlere Reife freuen sich insgesamt 41 AbsolventenInnen. Die Prüfungen zur Fachhochschulreife wurden von 33 jungen Frauen und Männern erfolgreich gemeistert.  Fünf SchülerInnen haben davon zusätzlich eine schulische Ausbildung zum AssistentIn im Gesundheits- und Sozialwesen und zwölf die Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher/ Erzieherin absolviert.

Am Mittwoch, den 22.Juli 20 fanden die mündlichen Abiturprüfungen statt. 40 Schülerinnen und Schülern konnte am Freitag, den 24.07.20 das Abitur überreicht werden. Die FachlehrerInnen wünschen Ihnen alles erdenklich Gute auf Ihrem weiteren Lebensweg.

Die Fachschule für Sozialpädagogik der Louise-Otto- Peters- Schule freut sich mit den 53 BerufspraktikantenInnen, die nach ihrem Berufspraktikum die staatliche Anerkennung zur Erzieherin/ zum Erzieher erworben haben. 4 Berufspraktikantinnen absolvierten davon die Ausbildung in der Teilzeitform. In der praxisintegrierten Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher/ Erzieherin schlossen 26 SchülerInnen ihre Berufsausbildung erfolgreich ab. Außerdem freuen wir uns über die 22 Erzieherinnen und Erzieher, die sich berufsbegleitend innerhalb der letzten zwei Jahre zum Fachwirt in Organisation und Führung weiter qualifiziert haben.

Wir gratulieren herzlichst und wünschen weiterhin viel Freude an diesem erfüllenden Beruf.

In Hockenheim haben 32 junge Frauen und Männer ihre Ausbildung zum AltenpflegehelferIn und 27 examinierten AltenpflegerIn erfolgreich abschließen können. Außerdem wurden an unserem Standort in Hockenheim 7 junge Menschen innerhalb der letzten drei Jahre zum FachpraktikantIn im Bereich der Hauswirtschaft erfolgreich ausgebildet.

Allen unseren Absolventinnen und Absolventen wünschen wir auf Ihrem beruflichen Weg viel Erfolg und alles Gute.

Das Kollegium der Louise-Otto- Peters- Schule

 

 

 

Elena Sauer & Sharon Luppold, Juli 2020

Louise Otto-Peters, die Namensgeberin unserer Schule, sagte einst:

„Die Menschen wachsen mit den Zeiten, nur in großen Zeiten entwickeln sich die großen Menschen.“. Wir, die Absolventen der Weiterbildung zum Fachwirt für Organisation und Führung (FOF), haben uns innerhalb der letzten zwei Jahre entwickelt:

Als Einzelpersonen, die wir dienstags und donnerstags trotz beruflicher und privater Verpflichtungen, sowie persönlicher Befindlichkeiten in die Schule kamen, als Klassengemeinschaft, die wir zusammenwuchsen, uns gegenseitig auch bei Krankheit oder Problemen unterstützten und letztendlich bis zum Ende durchgehalten haben. Diese Weiterentwicklung verdanken wir vor allem unseren Lehrkräften. Allen voran Frau Böttcher- Herget, die ausnahmslos, zu jeder Zeit für jeden Einzelnen für uns da war und als Motivation – und Life-Coach immer die passenden Worte fand: „Wir schaffen das zusammen!“ Diese Einstellung teilte auch Frau Otto, mit der wir gemeinsam hatten, unsere ersten FOF Erfahrungen zu sammeln und nach kurzen Anlaufschwierigkeiten fest zusammenwuchsen. Mit uns im Boot der Neulinge saß ebenfalls Frau Müller, welche uns durch ihren top vorbereiteten Unterricht sicher in Richtung Führungshafen steuerte. Unsere administrativen Fähigkeiten konnten wir durch die individuelle Hilfestellung von Frau Krauss bestens optimieren. Frau Müller- Licht inspirierte uns durch ihre herrliche, ehrliche Art und sorgte dafür, dass wir nie den Bezug zu unserer praktischen Arbeit sowie zur Realität verloren.

Die Realität für uns in der Erwachsenenbildung sah so aus, dass man abends die Schulbank drückt, anstatt die Füße hochzulegen, als Mutter die „Gute Nacht Geschichte“ vorzulesen oder man trotz Beschäftigungsverbot hochschwanger wieder in die Schule ging. Das man statt dem Lieblingsbuch Buchungssätze, die Ergebnisse unseres Persönlichkeitstests oder Ausbildungspläne in die Hand nahm. Die Realität ist aber auch, dass die FOF eine großartige Möglichkeit bietet, um mit vielen Fachkräften in den Austausch zu kommen, sich inspirieren zu lassen und sich beruflich weiterzuentwickeln.

Eine weitere Herausforderung stellte die aktuelle Pandemie für uns alle dar. Viele von uns hatten sich bewusst für die Ausbildung an der Louise- Otto- Peters- Schule entschieden anstatt diese im Fernstudium zu absolvieren. Durch die Schulschließung Mitte März waren wir am Ende doch gezwungen uns die letzten Lehrplaninhalte im Selbststudium anzueignen.  Dank der Technik konnten wir bei den Prüfungsvorbereitungen auf die Unterstützung unserer Lehrerinnen zählen.

Uns freut es sehr, dass wir durch unsere Klassenspende in Höhe von 150,-€ das „Hospiz Agape“ in Wiesloch unterstützen konnten.Wir haben es alle zusammen geschafft, haben Resilienz bewiesen und sind in dieser außergewöhnlichen Zeit zu großen Menschen herangewachsen. Wir sind mit Abstand die Besten!

             

Nico Selzer

    

 

 

 

 

Anton Ottmann (28.05.20) 

In der Sage von der Burg Rabenstein (Holokö), die in der Nähe der ungarischen Hauptstadt  Budapest zu finden ist, befreien tausende von Rabenvögeln eine von einem Gutsherrn in einer Festung festgehaltene Frau, indem sie die Steine abtragen und damit eine neue Burg auf der Spitze eines Felsens erbauen. Anna-Lena Schulz vom sozialpädagogischen Gymnasium der Louise-Otto-Peters-Schule stellte diese Szene eindrucksvoll in einem mit Wasserfarben und Tusche gemalten Bild dar: Gewaltige Rabenvögel umschwirren bei Vollmond einen Berg, auf dem gerade ein Gemäuer entsteht. Im Vordergrund setzt ein Vogel mit furchterregenden Krallen einen Stein auf seinen Platz, im Hintergrund überprüft ein anderer mit spitzem Schnabel, ob sein Werk gelungen ist.

Anna-Lena gewann mit diesem Bild beim Schülerwettbewerb „Die Deutschen und ihre Nachbarn im Osten“ einen ersten Preis, eine Studienfahrt nach Ungarn. Sie gehört mit zu den insgesamt 17 Gewinner ihres Kunstkurses. Der Wettbewerb wird seit 1970 jährlich durchgeführt, ausgeschrieben vom Innenministerium und dem Ministerium für Kultur, Jugend und Sport Baden-Württemberg. Das Thema ist entweder allgemein gefasst oder beschäftigt sich konkret mit einem osteuropäischen Land oder einer Region - im Schuljahr 2019/20 war dies Ungarn. Alle zwei Jahre, so auch in diesem Jahr, revanchieren sich die Schüler des Partnerlandes auf die gleiche Weise mit ihrer Sicht auf das Bundesland Baden-Württemberg. 

Der Wettbewerb wird jeweils in drei Sparten durchgeführt: Ein Wissensquiz, dann Projekte in „Schreiben und Gestalten“ und in „Künstlerischem Arbeiten“. In der ersten Sparte können sich Schüler einzeln, als Gruppe oder als ganze Klasse beteiligen, in der zweiten und dritten einzeln oder in Gruppen mit bis zu drei Schülern. Als erste Preise winken jeweils Studienreisen nach Ungarn, darüber hinaus Bücher und Sachpreise. Die Ergebnisse können vom Fachlehrer auch in die schulische Leistungsbewertung einbezogen werden. 

Zielsetzung des Wettbewerbs ist es, auf die jahrhundertealte Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa hinzuweisen, gemeinsame europäische Wurzeln zu entdecken, ein lebendiges und aktuelles Bild von Europa zu vermitteln, Vorurteile abzubauen und Brücken über Ländergrenze zu schlagen. In Ungarn überwiegen vor allem die historischen Anknüpfungspunkte, wie die „ungarisch-österreichische Donaumonarchie“, aus Süddeutschland ausgewanderte „Donauschwaben“ und vertriebene Ungarn nach dem 2. Weltkrieg oder Flüchtlinge nach dem Ungarnaufstand 1956, die in Baden-Württemberg eine neue Heimat fanden. Historisch unvergessen ist auch die Bedeutung Ungarns bei der Grenzöffnung 1989, die DDR-Bürgern die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland ermöglichte. 

In der Sparte „Künstlerisches Arbeiten“, für die sich vier Jungen und 13 Mädchen des Wahlfachs Kunst unter Leitung von Anouk Bourrat-Moll entschieden hatten, gab es vier Aufgaben zur Auswahl: Erstens die zeichnerische Darstellung der Sage von Burg Rabenstein, dann die Gestaltung eines beweglichen Objektes aus verschiedenen Formen und Farben („Kunst in Bewegung“), der Entwurf eines Wohnhauses nach den Grundsätzen des „Ungarischen Bauhauses“ und die Gestaltung eines Motivs für ein Buntglasfenster mit stilisierten Tieren und Pflanzen in Anlehnung an den Jugendstil. Außer zur Aufgabe „Entwurf eines Wohnhauses“ wurden zu allen Themen Arbeiten eingereicht. Eine Gruppe montierte beispielsweise dreieckige mobile Elemente und eine Kugel so auf einer Drehscheibe, dass der Schattenwurf bei jeder Drehbewegung unter künstlicher Ausleuchtung immer wieder eine andere Wirkung erzeugt.

Wie Bourrat-Moll der RNZ erläuterte, versucht sie immer wieder Wettbewerbe und öffentlich ausgeschriebene Projekte in ihre Kurse einzubauen. Sie möchte damit die Schüler anregen neue Techniken auszuprobieren und ihre Selbständigkeit und Fähigkeit zur Zusammenarbeit fördern. Die Kunstlehrerin unterstütze ihre Arbeiten, indem sie mit ihnen im Internet recherchiere, Kunstbücher zur Verfügung stelle und Videos über die Künstler und die jeweilige Epoche zeige. Vom Erfolg des Europawettbewerbs war sie ganz überwältigt, da alle Schüler Preise erhielten. Neben Anna-Lena Schulz haben Cheyenne Witte, Leonard Bartusch, Johan Beuther, Aleyna Sari, Mariam Badjie und Eliyas Carrasquillo eine Studienfahrt nach Ungarn gewonnen, Büchergutscheine und weitere Sachpreise gingen an Madeleine Knopf, Sophia Lorena Pischel, Binta Manneh, Marie Werstein, Lina Saladin, Pia Römer, Emma Niese, Johanna Sandritter, Hildenbrand Mailie und Henrik Dorobek. Leider wird sehr wahrscheinlich die vorgesehene öffentliche Preisverleihung und eine Begegnung der deutschen und ungarischen Landessieger wegen „Corona“ ausfallen.

 

 

 

 

Anton Ottmann (04.05.20)

 „Die Schüler sind sehr diszipliniert und halten sich an die Hygienemaßnahmen. Alle versuchen das Beste aus der Situation zu machen und sind sehr motiviert die Prüfungen gemeinsam zu meistern.“ So kommentierte der Schulleiter der Louise-Otto-Peters Schule Oliver Wetzel den Schulbeginn am Montag, den vierten Mai.

Wie an allen anderen beruflichen Schulen wurde auch hier mit den Prüfungsklassen gestartet, was organisatorisch weit komplizierter ist als an den allgemeinbildenden Schulen. Neben einer Abiturklasse gibt es hier Schüler, die in einem „Vorqualifizierungsjahr“ ihren Hauptschulabschluss nachholen oder verbessern und welche, die in einer zweijährigen Berufsfachschule die mittlere Reife absolvieren. Auch die Prüfungen zum Erzieher-Beruf, die zur „Fachpratikantin für Hauswirtschaft“ und die zum „Fachwirt für Organisation und Führung“ wird an dieser Schule abgelegt.

 Wie von der Schule zu erfahren war, werden zunächst zwei Wochen lang nur die prüfungsrelevanten Fächer unterrichtet. Dies geschieht jeweils in zwei Gruppen, sodass die Abstandsregeln eingehalten werden können. Außerdem wurden die Schülerinnen und Schüler vor Beginn des Unterrichts über die Hygieneregeln aufgeklärt.

 Schüler, die zu Risikogruppen gehören, sind von der Präsenzpflicht befreit.  Gleiches gilt, wenn im Haushalt Personen (Eltern, Geschwister) leben, die einer Risikogruppe angehören. Volljährige SchülerInnen entscheiden in dem Fall selbst, ob sie zur Prüfungsvorbereitung an die Schule kommen oder weiterhin zuhause über das Internet beschult werden möchten. Entsprechendes gilt für schwangere Schülerinnen. Bei Minderjährigen mit relevanten Vorerkrankungen entscheiden die Erziehungsberechtigten über die Teilnahme am Unterricht.

 Eine kleine Umfrage unter Schülern hat ergeben, dass sie froh sind, „wieder in die Schule zu dürfen.“ Alle seien glücklich und es werde ganz viel gelacht. Aus Schülermund völlig ungewohnt ist zu hören, dass sie sich auch auf ihre Lehrer gefreut und diese als „besonders aufmerksam“ wahrgenommen hätten. Allerdings wird „alles als umständlicher, neu und komisch“ empfunden. Ungewohnt ist das Tragen von Gesichtsmasken innerhalb des Gebäudes und auch noch beim Austeilen von Arbeitsblättern, bevor sie dann während des Unterrichts abgelegt werden dürfen. Leichtes Erstaunen, dass tatsächlich alle angekündigten Hygienemaßnahmen auch schon perfekt vorbereitet seien. Die Schüler sitzen einzeln mit Abstand an größeren Tischen so im Raum verteilt, dass maximal 15 Schüler unterrichtet werden können, wird berichtet. In den Klassenzimmern seien Einmalseife und Einmalhandtücher in ausreichender Zahl vorhanden, und die Toiletten, die nur von zwei Schülerinnen gleichzeitig aufgesucht werden dürfen, sind mit Hinweisschildern versehen. Beeindruckt war man, dass dort sogar Desinfektionsmittel bereitstehen. Schwer fällt der Hofgang „zum Sauerstofftanken“, der nur in Zweiergruppen und unter Abstandswahrung erlaubt ist.

 Alle Klassen, für die in diesem Jahr keine Prüfungen vorgesehen sind, werden weiterhin zuhause über digitale Lernplattformen unterrichtet. Die betreuenden Lehrer halten mit ihren Gruppen Videokonferenzen ab, um in Kontakt zu bleiben und Hilfestellung bei der Bewältigung der gestellten Aufgaben zu leisten.