Unterrichtsbesuch einer Diabetikerin im Berufskolleg
Jeder hat schon einmal von der Stoffwechselerkrankung Diabetes gehört – doch was es wirklich bedeutet, mit Diabetes zu leben, wissen die wenigsten. Wir hatten das Glück, dass Amalia, eine junge Frau mit Typ-1-Diabetes, uns eindrucksvolle Einblicke in ihren Alltag mit der Erkrankung gegeben hat.
Zu Beginn zeigte und erklärte Amalia ihren Sensor am Arm, der kontinuierlich den Blutzucker misst. Ebenso stellte sie ihre Insulinpumpe am Bauch sowie die App auf ihrem Smartphone vor, die die Blutzucker- und Insulinverläufe übersichtlich dokumentiert: So weiß ein*e Diabetiker*in jederzeit, wie viel Insulin gespritzt werden muss. Die App warnt zudem, wenn die Werte zu hoch oder zu niedrig sind und ein diabetisches Koma drohen könnte.
Anschließend konnten die Schüler*innen Fragen stellen.
Amalia berichtete offen über ihre überraschende Diagnose im Alter von 14 Jahren und die damit verbundenen Veränderungen in ihrem Leben. Sie erklärte, dass sie grundsätzlich alles tun könne, worauf sie Lust habe und auf nichts verzichten müsse. Moderne Technologien wie Sensor, Insulinpumpe und App erleichtern ihr den Alltag erheblich.
Dennoch bleibt Diabetes eine chronische Erkrankung, die ständige Aufmerksamkeit erfordert: Der Blutzuckerspiegel muss regelmäßig kontrolliert, der Sensor ausgetauscht, Insulin nachgefüllt und die Schläuche der Pumpe gewechselt werden; auch die Gefahr eines diabetischen Komas sowie möglicher Langzeitschäden ist stets präsent. Seit ihrer Diagnose gehört auch der regelmäßige Besuch beim Diabetologen zu ihrem Alltag.
Ein weiteres Thema war der Umgang mit Vorurteilen gegenüber Diabetiker*innen. Häufig wird Diabetes mit Übergewicht oder einem ungesunden Lebensstil assoziiert – was jedoch für Typ-1-Diabetes nicht zutrifft.
Amalia sprach außerdem über aktuelle Forschungsansätze, etwa zur Züchtung insulinproduzierender Zellen der Bauchspeicheldrüse, die Diabetiker*innen transplantiert werden könnten. Ihre Hoffnung, eines Tages vielleicht doch wieder gesund zu werden, teilte sie ebenfalls mit uns.
Die Doppelstunde wurde mit einem Quiz zum Thema Diabetes abgeschlossen, um das erlernte Wissen zu festigen.
Ein Unterrichtsbesuch wie dieser bietet Schüler*innen die wertvolle Möglichkeit, direkt von einer Betroffenen zu lernen und ein tieferes Verständnis für die Herausforderungen im Leben mit einer chronischen Erkrankung zu entwickeln. Solche Begegnungen fördern Empathie und helfen, Vorurteile abzubauen.