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Struwwelpeter auf Malta

Viel Beifall beim Auftritt der Theater AG

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kro (04.04.09) Die Louise-Otto-Peters-Schule aus Hockenheim und Wiesloch pflegt seit dem Schuljahr 2000/2001 einen regen Austausch mit dem University of Malta Junior College in Msida in Malta. In diesem Jahr reiste die Theatergruppe der Schule vom 2. bis 20. März zum Gegenbesuch nach Malta, um dort die englische Version „Struwwelpeter meets Punk“ aufzuführen.

Im vollen Auditorium des University of Malta Junior College konnte der dortige Stellvertretende Schulleiter, Joseph Sciriha, namentlich Landrat Dr. Jürgen Schütz sowie den Amtsleiter für Schulen, Kultur und Sport des Rhein-Neckar-Kreises, Bernhard Haffner, begrüßen.

Das Kinderbuch von Heinrich Hoffmann diente als Vorlage für die fünfzehn Szenen, in denen die Schauspieler das negative Verhalten von Kindern und Jugendlichen in der Gegenwart neben das negative Beispiel aus der Mitte 19. Jahrhunderts stellten. So wurden neu gestaltete Szenen neben Bilderfolgen aus dem Kinderbuch gestellt: Die „Verwandlung vom Mädchen zur Frau“ neben Hoffmanns „Paulinchen“, die „Rauchfreie Schule“ folgte dem „Daumenlutscher“, das „Hyperaktive Kind“ dem „Zappelphilipp“, Hoffmanns „Suppenkasper“ fand seine Entsprechung in die „Fast Food Generation“, „Der Mohr“ in den „Skinheads und couragierte Jugendliche“, der „Böse Friederich“ schließlich in der Szene „Provokation älterer Mitbürger“. Hoffmanns Bilderfolge „Der Fliegende Robert“ leitete dann zum Schlussbild und der Aussage der Aufführung über: „Zwei Dinge sollten Eltern ihren Kindern mit auf den Weg geben - Wurzeln und Flügel“.

Die Szenen wurden in Englischer Sprache aufgeführt und die Aufführenden hatten jeweils mehrere Rollen zu spielen. Eine Herausforderung für die Gruppe, der Jennifer Becker, Carsten Gramlich, Susanne Hoffman, Tobias Jank, Laura Kaltschmitt, Virginia Köpke, Sven Müller, Jasmin Prior, David Schneider, Marina Tisch, Sonja Trützschler und Isabella von Heyden angehörten. Regie führten Frau Regina Schneck und Hans-Peter Oberst, von Maltesischer Seite durch Nichola Abela unterstützt.

Die mit viel Schwung und Kreativität vorgetragene abwechslungsreiche Darbietung begeisterte die anwesenden maltesischen Schüler. Häufiger Szenenapplaus belohnte die Mitwirkenden für Ihre Mühe.

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Landrat Dr. Jürgen Schütz bei den Akteuren und der Regie mit kleinen Geschenken der Anerkennung. Auf dem anschließenden Empfang in der Cafeteria des Junior College bestand Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch mit den Akteuren wie auch mit den gastgebenden Schülern und Eltern.

Die erste Woche des Aufenthalts stand ganz im Zeichen der Proben zur Aufführung, da zu Hause in Wiesloch nur an einem Wochenende die vollständige Theatergruppe Gelegenheit zur Probe hatte. Leider wurden diese Proben durch einen Unfall des Regisseurs und Autors überschattet.

Ab Freitagnachmittag standen dann Malta, seine Kultur und Landschaft im Mittelpunkt aller gemeinsamen Anstrengungen. Ein Rundgang durch die Hauptstadt Valletta stand am Anfang, dessen Höhepunkte die Besichtigung von St. John’s Co-Cathedral und der Räumlichkeiten des Präsidentenpalastes waren. Ein weiterer Besuch der Stadt war mit einem Empfang im German-Maltese Circle sowie einer Führung im Manoel Theater, einem der ältesten Theater im Commonwealth, verbunden. Die landschaftlichen Schönheiten der Inselgruppe lernte man auf einem Ausflug auf die Nachbarinsel Gozo und auf einer weiteren Exkursion nach den Dingli Cliffs kennen.

Neu für die Besucher aus Deutschland war der Besuch der St. Joseph’s Festa, eines farbenfrohen und lebhaften religiösen Festes, in Rabat. Den offiziellen Abschluss fand der diesjährige Schüleraustausch im Rahmen eines gemeinsamen Abschlussessens im Waterfront Hotel in Sliema. Die Schüler und Schülerinnen, die gastgebenden Schülerinnen und Schüler sowie die teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen würdigten in ihren Ansprachen das Engagement der Jugendlichen und den Erfolg des Theaterprojektes.

Es sind diese internationalen Begegnungen, die auf gemeinsamen Projekten beruhen, in denen Gäste und Gastgeber zusammenarbeiten, die Besucher in den Familien aufgenommen werden, mit ihnen leben und gemeinsam den Alltag und die Freizeit gestalten, die vielleicht mehr geeignet sind als Konferenzen auf hoher und höchster politischer Ebene, Völkerverständigung zu praktizieren und zu fördern. Die Anerkennung dieser Bemühungen, die durch den Besuch von Landrat Dr. Jürgen Schütz und Amtsleiter Bernhard Haffner zum Ausdruck kam, war allen Projektteilnehmern eine besondere Freude.