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Erstaunte Studentin

 

Die Theatergruppe überzeugt mit dem Stück
"Die Deutschen und ihr Weihnachtsfest"

 

gau (23.11.12) Zum Jahresabschluss gab es an der Louise-Otto-Peters-Schule traditionsgemäß eine Aufführung der Theatergruppe. Die Aula des Wieslocher Berufsschulzentrums war wieder einmal voll besetzt, wer auf den letzten Drücker kam, musste mit einem Stehrang vorlieb nehmen. Und nach einer kurzen Ansprache des Stellvertretenden Schulleiters Markus Dietz ging`s los.

„Die Deutschen und ihr Weihnachtsfest“ lautete diesmal der Titel, der gleich auch Programm war. Denn eine Studentin aus Ägypten führte zu eben diesem Thema für ihre Diplomarbeit eine Umfrage in den hübsch dekorierten Straßen durch und machte dabei einige skurrile Erfahrungen.

Dass eine gestresst wirkende Passantin Weihnachten „hasst“ und mit Schrecken an die „fette Weihnachtsgans“ denkt, während die nächste entspannt daher kommende das christliche Fest „liebt“ und sich auf die „leckere“ Gans freut, war nur ein kleiner Auftakt zu dem, was folgen sollte.

Eine schicke Geschäftsfrau schwärmte, Weihnachten sei „super, der Verkaufsschlager des Jahres.“ Schließlich mache sie in dieser Zeit 70 Prozent ihres Umsatzes. In diesem Jahr übrigens mit Spielzeugmaschinenpistolen, die rote Farbe versprühen, „die aussieht wie Blut“. Der danach auftauchende Weihnachtsengel, der das Fest als „meine Existenz“ bezeichnete, meldete sich kurz darauf am Handy mit „Engel 48“. Und der Obdachlose am Straßenrand fand Weihnachten „ganz okay, schließlich ist mein Zimmer so schön geschmückt“. Sorgen bereite ihm allerdings die Heizungsproblematik. Sein Fazit: „Im Sommer wäre es mir lieber.“

Mittlerweile reichlich durcheinander war es nun an der Studentin mit Kopftuch, ihre nächsten Interviewpartner zu verwirren. Zwei offenkundig rechtsradikale Jugendliche skandierten: „Weihnachten nur für deutsche Menschen. Ausländer raus!“. Dass sie dann auf Jesus, einen Juden aus Palästina, verzichten müssten und auch auf den Weihnachtsmann, der seinen Ursprung schließlich im Nikolaus von Myra, das in der heutigen Türkei liegt, habe, hörten die beiden mit ungläubigem Erstaunen.

Bei den Mitschülern kam das Stück, das von Musikeinlagen aufgelockert wurde, hervorragend an. Es wurde viel gelacht und am Ende kräftig applaudiert. Eine perfekte Einstimmung auf die lange herbeigesehnten Ferien.