mül (01.08.10) Die zweijährige Weiterbildung der
Fachschule für Organisation und Führung (FOF) an der
Louise-Otto-Peters-Schule in Wiesloch wurde gerade abgeschlossen, mit einem
zumindest in einem Fall nicht alltäglichen Ergebnis. Sandra Labisch (Foto
links) aus
Rauenberg gelang der Abschluss mit der Traumnote von 1,0. Elisabeth
Müller-Licht (Foto rechts), die Leiterin der FOF, nahm sich Zeit für ein Gespräch mit der
„perfekten“ Schülerin, die in Zukunft das neue Kinderhaus Märzwiesen in
Rauenberg mit 17 Angestellten führen wird. Im neuen FOF-Kurs, der im
September beginnt, sind übrigens noch Plätze frei. Anmeldungen können per
E-Mail bei Elisabeth Müller-Licht (elisabeth.mueller-licht@lop-schule.de)
erfolgen.

Frau Labisch, Sie haben die Weiterbildung zur
staatlich anerkannten Fachwirtin im Sozialwesen mit der Traumnote 1,0
absolviert und wir möchten Ihnen dazu nochmals herzlich gratulieren. Was war
denn vor zwei Jahren Ihre Motivation für die Weiterbildung?
Sandra Labisch: „ Nach einigen Jahren als
Erzieherin suchte ich nach einer neuen Herausforderung. Einerseits sah ich
mich nach Kursen um, die etwas mit Pädagogik zu tun haben sollten,
andererseits wollte ich auch etwas Neues ausprobieren und dachte in
Richtung Verwaltung. Da erschien mir der FOF-Kurs als ideale Mischung, um
meine pädagogischen Kenntnisse auf den neuesten Stand zu bringen und
gleichzeitig das berufliche Spektrum um Organisation, Führung usw. zu
erweitern.“
Welche Erfahrungen konnten Sie in den beiden
Jahren sammeln?
Labisch: „ Eine sehr wichtige persönliche
Erfahrung der vergangenen zwei Jahre war, die eigenen Möglichkeiten und
Grenzen der Belastbarkeit und Leistungsbereitschaft zu spüren. Trotz eines
langen Arbeitstages kam ich fast immer motiviert zur FOF, die für mich eine
neue Sicht auf „Schule“ bewirkte im Sinne von Schule als Bildungsstätte. Das
eigene Mitwirken am Unterricht durch ansprechende Lehr-Lernmethoden machte
die Stunden am Abend überraschend kurzweilig. Auch Fächer wie etwa
Buchführung, die ich vorher eher als trocken oder wenig interessant
eingeschätzt hatte, haben dann doch Spaß gemacht. Weiter empfand ich den
Austausch mit den Kurskolleginnen und –Kollegen, auch oder gerade mit denen
aus anderen Berufsfeldern, als sehr interessant. Ich konnte über den eigenen
Tellerrand hinaus schauen und bekam so auch Einblicke auf die berufliche
Situation der Pflegeberufe.“
Wie hat sich die Weiterbildung auf Ihre
berufliche Situation ausgewirkt?
Labisch: „ Ich habe vor Abschluss der
Weiterbildung die Leitungsstelle für das neue Kinderhaus Märzwiesen in
Rauenberg erhalten. Dort konnte ich meine Erfahrungen noch in der
Planungsphase mit einbringen. Da ich ein ganz neues Team zusammenstellen
durfte, konnte ich mein neues Wissen gleich anwenden und freue mich schon
riesig, wenn es im September endlich losgeht.“
Worin sehen Sie den Nutzen der Weiterbildung
zur Fachwirtin?
Labisch: „ Da ist vieles, was mich
weitergebracht hat. Natürlich ist man wieder auf dem neusten Stand der
pädagogischen Kenntnisse, der Herausforderungen und Entwicklungen des
Berufes. Bildungsqualität spielt ja eine immer größere Rolle. Sehr nützlich
für die neue Stelle sind auch die Kursinhalte wie Gesprächsführung oder
Teamentwicklung und Teamarbeit. Man hat ja viele Kooperationspartner,
insbesondere die Eltern, und da sind diese Kompetenzen unverzichtbar. Aber
auch rechtliche oder wirtschaftliche Sachverhalte wurden sehr praxisnah
vermittelt. Ich bin froh, dass ich all dieses nötige Know-how erwerben
konnte, denn so kann ich gestärkt diese neue berufliche Herausforderung als
Leiterin annehmen und hoffentlich zur Zufriedenheit aller gut ausfüllen.“
Wie sehen Sie Ihre berufliche Zukunft in den
nächsten Jahren?“
Labisch: „Zunächst steht natürlich der Aufbau
des Kinderhauses im Vordergrund. Dort eine gute Bildungs- und
Erziehungsqualität im Interesse unserer Kinder zu gewährleisten, hat für
mich und das Team höchste Priorität. Natürlich habe ich mir schon Gedanken
für einige Projekte gemacht, wie z.B. über eine Kooperation mit der
Louise-Otto-Peters-Schule, denn die Intensivierung der Vernetzung von
theoretischer und praktischer Ausbildung der Erzieherinnen halte ich für
sehr wichtig. Wir haben eine Anerkennungspraktikantin der Schule
eingestellt, die ersten Schritte sind daher bereits in die Wege geleitet und
ich denke, dass dieses Vorhaben bis zum kommenden Jahr konkret ausgearbeitet
werden kann.
Ich bedanke mich herzlich für dieses Gespräch
und wünsche Ihnen auch im Namen unserer Schule weiterhin viel Erfolg und
einen guten Start im Kinderhaus und freue mich auf unserer zukünftige
Zusammenarbeit.