gau (25.04.10) Bei ihrem
sozialpädagogischen Forum hatte sich die Louise-Otto-Peters-Schule in diesem
Jahr die „Inklusion“ als Thema ausgesucht. Ein aktuelles Thema, denn nachdem
Deutschland im März 2007 bei der UN die Konvention über Rechte behinderter
Menschen unterschrieb, trat diese am 26. März des vergangenen Jahres
hierzulande in Kraft und konkretisiert damit die Menschenrechtsverträge für
Lebenssituationen Behinderter.Mit direkten
Auswirkungen auf das Bildungswesen, wie Eleonore Frölich, die Schulleiterin
der Comeniusschule in Schwetzingen, in ihrem Vortrag erläuterte. „Recht auf
Bildung bedeutet“, referierte sie in der gut gefüllten Aula des Wieslocher
Berufsschulzentrums, „dass behinderte Menschen dort unterrichtet werden, wo
auch andere unterrichtet werden. Wohnortnah, barrierefrei und mit gleichem
Lehrplan für alle.“ Damit gehe die Inklusion noch einen wesentlich Schritt
weiter wie die bislang oft propagierte Integration Behinderter: „Inklusion
bedeutet eine Anpassung des Systems, damit die notwendigen Voraussetzungen
für alle da sind.“
Wie dieser Weg in der Praxis aussehen kann, erläuterten
Valentina Schenk, die Leiterin des Kindergartens Pusteblume in Heidelberg,
und Luitgard Haas, Leiterin des Wieslocher Kindergartens Morgentau. In
beiden Einrichtungen werden behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam
betreut. Ein „individuelles Entwicklungstempo, feste Bezugspersonen und ein
überschaubarer Gruppenrahmen“ seien dabei im Kindergarten Pusteblume die
„Wege zum Ziel“, referierte Valentina Schenk, die zugleich beeindruckende
Bilder vom täglichen Miteinander präsentierte. „Die Kinder müssen auch
traurig und wütend sein dürfen, weil sie nie laufen werden, nie so schnell
sein werden wie ihre Freunde“, gab sie zu bedenken, „es ist einfach anders,
nicht laufen zu können.“
Erfahrungen, die auch Luitgard Haas täglich macht. Ihr
Kindergarten Morgentau, 2001 von der Lebenshilfe Wiesloch gegründet, wurde
von Beginn an für das Miteinander aller konzipiert. „In vier Gruppen werden
je zehn nichtbehinderte und fünf behinderte Kinder untergebracht“, erklärte
sie, um anschließend in einem fotografischen Rundgang die beeindruckenden
Räumlichkeiten zu präsentieren.
Vorteile, die auch immer mehr Eltern nichtbehinderter
Kinder zu schätzen wissen. „Unsere Einrichtungen haben einen guten Ruf“,
freut sich Valentina Schenk, die die Vorteile aufzählt: Kleine Gruppen,
viele Erzieherinnen, außergewöhnlich gute Ausstattung. „Eltern lernen hier
viel von ihren Kindern“, weiß sie zu berichten, „die Eltern behinderter
Kinder finden den Weg aus der Isolation, Eltern nichtbehinderter Kinder
verlieren ihre Scheu.“ Womit ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung der
UN-Konvention geleistet ist. Denn, so Valentina Schenk: „Inklusion beginnt
in den Köpfen und Herzen der Menschen.“

Eleonore Frölich eröffnete mit ihrem Vortrag den Abend ...

... dann folgten Valentina Schenk (am Podium) und Luitgard
Haas (Mitte).

Das interessierte Publikum in der gut gefüllten Aula.

Die drei Referentinnen bei der anschließenden Diskussion
...

... und nach der Verabschiedung durch Schulleiter Rolf
Ohnemus mit Präsenten von der schuleigenen LopCampeni.