hen (19.07.09) „Ich trinke keine einzige Flasche Bier
mehr“, antwortete Steffen Flügler, Buchautor und ehemaliger
Drogenabhängiger, auf eine Schülerfrage, wie viel Alkohol er noch zu sich
nehme. Neunzig Minuten lang hörten Schülerinnen und Schüler der
Louise-Otto-Peters-Schule in der Aula des Berufsschulzentrums Wiesloch
aufmerksam zu, als Flügler zur Autorenlesung aus seinem erst kürzlich
erschienen Buch „Treppe in die Dunkelheit“ zu Gast war. Er erzählte den
Jugendlichen „seine Suchtgeschichte“, die im Alter von zwölf Jahren mit
Alkohol begann und mit einer totalen Abhängigkeit von Heroin, Tabletten und
anderen Drogen endete.
Die sechs „Drogenfreunde“ von Flügler haben die
Sucht nicht überlebt. Steffen schaffte als einziger nach mehreren Versuchen
den Entzug. Mit 29 begann er dann endlich wieder „zu leben“. Vieles musste
nachgeholt werden: Schulabschluss, Versöhnung mit seiner Familie,
Partnerschaft, Berufsausbildung. In der abschließenden Diskussionsrunde
stellten die Schülerinnen (darunter auch angehende Erzieherinnen) viele
Fragen. Etwa, worin Flügler die Ursachen für seine Drogensucht sieht und ob
er noch gesundheitliche Beeinträchtigungen spürt.
Flügler hat es geschafft, ist seit nunmehr 14
Jahren „clean“ und arbeitet mittlerweile als Heilpraktiker für
Psychotherapie in einer Gemeinschaftspraxis. Freiberuflich engagiert er sich
zudem an einem Therapiezentrum zur Nachbehandlung ehemaliger
Drogenabhängiger in Speyer und setzt sich für die Suchtprävention an Schulen
ein. „Wenn ich nur einen einzigen Schüler von Alkohol und Drogen fernhalten
kann, hat es sich bereits gelohnt“, meint Steffen Flügler mit einem Lächeln.
Anlass für die Veranstaltung der
Louise-Otto-Peters-Schule gab der Alkoholexzess dreier Jugendlicher in
Wiesloch am Rosenmontag 2009, bei dem einer von ihnen starb.


