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Freude an der Schule zurückgeben

 

Mit dem VAB gibt es einen neuen Bildungsgang an der Louise-Otto-Peters-Schule

 

gau (11.07.09) An den Schulstandorten der Louise-Otto-Peters-Schule in Hockenheim und Wiesloch gibt es ab dem kommenden Schuljahr einen neuen Bildungsgang. Das Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf, kurz VAB genannt, soll dem besonderen Förderungsbedarf der Zielgruppe von Schülerinnen und Schülern ohne Hauptschulabschluss gerecht werden. Das erfordert einige Anstrengungen, umso erfreulicher, dass die LOP-Schule eine der lediglich zwei Versuchsschulen aus dem hauswirtschaftlichen Bereich ist, die für den Schulversuch vom Regierungspräsidium Karlsruhe zugelassen wurden.

Dabei ist man sich von offizieller Seite der heiklen Mission, die auf die ausgewählten Schulen wartet, voll bewusst. In einem „Leitfaden“ heißt es, dass die Lehrer, die im neuen Bildungsgang unterrichten, es oft mit enttäuschten Schülern zu tun haben werden, die über ihr Versagen frustriert sind, um Schulabbrecher aus unterschiedlichsten Gründen oder um Jugendliche, die zuletzt einen nur sehr unregelmäßigen Schulbesuch nachweisen konnten. Schulmüdigkeit, Unlust, Demotivation, und Verhaltensauffälligkeiten als Zeichen von Hilflosigkeit und Perspektivlosigkeit seien dabei zu beobachten.

Dabei gibt sich niemand der Illusion hin, dass alle Schüler des VAB in der Lage sind, ihren Hauptschulabschluss nachzumachen. So wird denn auch nicht der Abschluss als Hauptziel angegeben, sondern, den Schülern zu einem Leben in Ausbildung und Arbeit zu verhelfen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Pädagogen viele Freiräume, um individuell auf die Situation ihrer Klassen einzugehen.

Eine Vernetzung von Theorie und Praxis sowie eine bestmögliche Individualisierung der Lernprozesse stehen im Mittelpunkt der Vorgaben von Seiten des Regierungspräsidiums. Was bedeutet, dass in Modulen in lebens- und berufsbezogenen Arbeitsfeldern unterrichtet werden soll. Der „Ernstfall-Charakter“ steht im Vordergrund der Bemühungen, es wird projektbasiert und handlungsorientiert gearbeitet, wobei auf Interessen, Bedürfnisse und Berufsvorstellungen der Schüler eingegangen werden soll.

Nach einigen Wochen Unterricht gibt es eine Unterscheidung in eine Prüfungs- und eine Praxisgruppe. Wer qualifiziert genug für die Prüfungsgruppe ist, bekommt zusätzlich Unterricht in Deutsch, Englisch und Mathematik. In der Praxisgruppe dagegen gibt es keine Prüfung, sondern Zertifikate über die Module, die bearbeitet werden.

Mit dieser Konzeption sollen einerseits die leistungsstärkeren und willigen Schüler zu einem dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Bildungsstand geführt werden. Andererseits ist es Ziel, die leistungsschwachen und eventuell unwilligeren Schüler im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die oft im praktischen Tun liegen, zu fördern, ohne sie mit zu viel Theorie zu demotivieren. Dabei soll ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gestärkt und die Freude an Schule und Unterricht zurückgegeben werden.