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Oft unterschätzter Traumberuf

 

Theater-Projekt des OK1 räumt mit Vorurteilen gegenüber Erzieherinnen auf

 

gru (11.03.09) Der Beruf des Erziehers und der Erzieherin ist in unserer Gesellschaft mit vielen Vorurteilen besetzt. Doch es wird Zeit, dass dieses Denken aus den Köpfen verschwindet. Erzieherinnen spielen nicht den ganzen Tag nur mit den Kindern, trinken Kaffee und sonnen sich im Garten. Wären dies alle Anforderungen, die an diesen Beruf gestellt werden, müssten Erzieherinnen nicht eine anspruchsvolle, vierjährige Ausbildung absolvieren: Nach dem einjährigen Vorkurs folgt die zweijährige Fachschule für Sozialpädagogik. Den Abschluss bildet das so genannte einjährige Berufspraktikum. Zugangsvoraussetzung zur Ausbildung ist die mittlere Reife, allerdings findet man auch viele Schülerinnen mit Hochschulreife.

In einem Theaterstück, das im Rahmen einer Projektwoche entstanden war, nahmen die Schülerinnen des Oberkurses der Louise-Otto-Peters-Schule in Wiesloch die gängigen Klischees der „Kindergartentante“ aufs Korn, um diese Vorurteile ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen.

Zu Beginn der Aufführung zeigten die Schülerinnen Ausschnitte aus einer Befragung, bei der Passanten in Heidelberg gefragt wurden, was sie „vom Beruf der Erzieherin halten“. Die Meinungen hätten nicht weiter auseinander gehen können: Von „die sitzen doch nur rum“ bis „der Beruf der Erzieherin ist die Basis für alles (…) und eine Tätigkeit mit vielen Anforderungen“ war alles vertreten.

Anschließend an die Darstellung der Ergebnisse der Passanteninterviews setzen sich die 15 Schülerinnen in kurzen, selbst entwickelten Szenen mit ihrer Ausbildung und ihrem Berufsbild auseinander. So überzeugten sie das breite Publikum, dem sie ihr Stück präsentierten, dass Erzieherinnen weit mehr tun als nur mit den Kindern zu spielen: Um Kinder und Jugendliche zu fördern und zu betreuen, beobachten Erzieherinnen deren Verhalten und Befinden, analysieren die Ergebnisse nach pädagogischen Grundsätzen und entwickeln spielerische Angebote, um auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen und sie dort zu unterstützen, wo die Kinder noch Hilfe benötigen.

Fazit des Abends war für alle, dass diese für manche unbequeme Wahrheit weiterverbreitet werden muss, um so vielleicht auch irgendwann zu einer angemessenen Bezahlung des Berufsstandes zu gelangen. Die angehenden Erzieherinnen des Oberkurses der Louise-Otto-Peters-Schule sind auf jeden Fall davon überzeugt, dass ihr Beruf aufgrund seiner Vielfältigkeit und Lebensnähe ein wahrer „Traumberuf“ ist.