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Sehr bewegend und aufschlussreich

 

Altenpflege- und Altenpflegehilfeklassen waren von der Ausstellung "Lebenskunst-Sterben" beeindruckt

 

md (25.10.08) Die Titel der Ausstellungsstücke lauten „Erinnerungen“, „Trauerlichter für weinende Männer“, „Tränenbrunnen“, „Totenhemd“, „Und was kommt dann?“. Es sind Kunstwerke und Installationen, geschaffen von Schülern verschiedener Heidelberger Schulen, Gefangenen, Pflegekräften, Künstlern und Gruppen. Das Friedhofsamt hat mit Auszubildenden einen Trauergarten gestaltet. Konzentriertes und achtsames Sehen, sich den eigenen Fragen stellen, nachdenken, nachspüren und auf Antworten zugehen, möchte die Ausstellung „Lebenskunst-Sterben“ ermöglichen.

Die Schülerinnen und Schüler der Altenpflege- und Altenpflegehilfeklasse der Louise-Otto-Peters-Schule haben die Ausstellung in der Heidelberger Jesuitenkirche besucht. Einige sind nach dem gemeinsamen Programm noch zur Parallelausstellung in die Heiliggeistkirche gegangen. Die begleitenden Lehrerinnen Frau Kastner-Schulz und Frau Munder waren beeindruckt, wie intensiv die zukünftigen Pflegekräfte diese Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit den Tabuthemen Leiden, Schmerz, Sterben und Tod nutzten. Offensichtlich wurde viel für das eigene Leben und die Arbeit mit alten Menschen gelernt. Das zeigen die Worte, mit denen die Schülerinnen und Schüler eine Woche nach dem Ausstellungsbesuch den Satzanfang „Die Ausstellung Lebenskunst-Sterben...“ ergänzt haben:

Die Ausstellung Lebenskunst-Sterben...

„...war eine sehr eindrucksvolle und interessante Begegnung, um das Thema Sterben aus anderen Blickwinkeln zu sehen!“

„...fand ich echt toll und würde jederzeit gerne wieder auf so eine Ausstellung gehen.“

„...war sehr bewegend – hat alte Gefühle geweckt. Man wurde mit dem Thema (bzw. ich wurde) mit dem Thema konfrontiert, das man sonst eher meidet.“

„...war für mich aufschlussreich, weil man sich in eine ganz andere Situation hineinfühlen konnte.“

„...war auch hilfreich, um sich auf der Arbeit besser mit dem Thema auseinanderzusetzen.“

„...war auch teilweise erschreckend. Ich war überrascht, wie man den Tod „ausstellen“ oder darstellen kann.“

„...bewirkt, dass man sich mit dem Leben und Sterben auseinandersetzt. Beispielsweise: Welche Ängste habe ich? Kann ich sie zulassen oder verdränge ich dieses Thema? Einige dieser „Ausstellungsstücke“ haben mich besonders angesprochen: Der Kindersarg, der Bericht von dem krebskranken jungen Mädchen und die „verbundenen“ Figuren der Gymnasialklasse. Ich habe gemerkt, dass es gut ist, sich diesem Thema zu stellen.“

„...erschreckend fand ich den Babysarg, da ich noch nie zuvor einen kleinen, leeren Sarg sah. Aber es machte trotz allem sehr viel Spaß, alles zu erfahren. Am Schönsten war der Trauergarten, er war irgendwie sehr entspannend und tröstend.“

„...war interessant, da man sehen konnte, was z. B. die Kinder über das Sterben zu sagen hatten.“

„...hat mir gezeigt, dass das Leben heutzutage als selbstverständlich gesehen wird. Uns geht es viel zu gut, doch viele wissen das nicht zu schätzen.“

„...Trauer, Hoffnung und Fröhlichkeit – so ging es mir auf dieser Ausstellung. Das alles habe ich empfunden. Alles in Allem war die Ausstellung sehr schön.“

„...Totenturm – unendlich in der Größe und unendlich in der Liebe – Tonsteine mit Namen von geliebten Personen.“

„...war alles sehr schön und hat mich sehr berührt – wunderschön und auch traurig.“

„...die Kirche war sehr groß und schön. Das Schicksal der jungen Frau hat mich sehr beeindruckt.“

„...hat mit total gut gefallen. Man bekommt, wenn man es zugelassen hat, ein Gefühl von Trauer, aber auch von Erleichterung. Es waren so viele Eindrücke. Am besten von der Ausstellung in der Jesuitenkirche fand ich den Trauergarten. Aber in der Heiliggeistkirche sah ich ein Bild, das mir nicht mehr aus dem Kopf geht, bei dem eine Frau sagt: Man muss den Mut haben, aus der Erde in die Erde zu gehen.“

Die Ausstellungen sind noch bis 9. November 2008 in den beiden Kirchen zu sehen und werden von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. Näheres siehe unter: http://www.lebenskunst-sterben.de